TG Friedberg - Landesliga Mitte

Manchmal hängt die Beurteilung einer erfolgreichen Arbeit im Handballtatsächlich nur von einem einzigen Wurf ab. Ob ein Ball an den Pfosten geht, vom Torwart gehalten wird oder im Tor einschlägt kann im Erfolgsfall neue Energie entfachen aber auch Trümmerfelder hinterlassen.

Wer könnte davon überzeugender berichten als die Handballer der TG Friedberg. Hatte Vereinsikone Thomas Keck vor den Entscheidungsspielen um den Aufstieg in die Landesliga noch darüber geklagt, dass ein einziger Wurf im Vorjahr den Abstieg besiegelt hatte, so erfuhr er zum Ende der alten Saison späte Genugtuung.

Nahezu 30 Stunden Handball waren gespielt. Im Rückspiel der Aufstiegsrelegation gegen Schierstein steht es 29:29, ein Ergebnis das für die TG den Aufstieg bedeutet. Unmittelbar vor dem Abpfiff gibt es Siebenmeter für den Gast. Ist der Ball im Tor, steigt Schierstein auf und Friedberg ist gescheitert. Alle wissen was passierte, TG-Torwart Radu Balazs hält und die TG versinkt in kollektiven Jubel.

Das alles ist jetzt knapp vier Monate her. Die Verantwortlichen des Vereins haben sich nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht sondern daran gearbeitet, dass ihre Erfolgsgeschichte auch in der Landesliga weiter geschrieben wird. Dabei kam ihnen die allgemeine positive Grundstimmung, die in der Handballabteilung herrscht zu Gute. Das gesamte Umfeld in Friedberg honoriert die Erfolge, die nicht nur von der 1.Männermannschaft errungen wurden. Zuspruch und Unterstützung sind spürbar gewachsen. Jeder der in der Kreisstadt dem Handball nahe steht ist gespannt auf die neue Klasse und blickt voller Vorfreude auf die neue Saison.

Die Mannschaft hat ein teilweise neues Gesicht erhalten. Mit Dario Pozgaj und Daniel Jakobi gab es zwei Abgänge zu verzeichnen, die sportlich aber auch menschlich fehlen. Demgegenüber stehen mit Aljoscha Schmidt, der lange Jahre in der Handball-Bundesliga spielte, Vladut Vlad, Christoffer Gustavsson und Niklas Musch namhafte Neuzugänge die aufhorchen lassen. Dazu gesellt sich Lasse Merten. Dass es Zeit braucht, bis die Neuzugänge in das Mannschaftsgefüge integriert sind und sich die Abläufe automatisieren, dessen ist man sich in Friedberg bewusst. Da die Vergangenheit gezeigt hat, dass man sich in der Kreisstadt auf das Thema Integration versteht, sieht man keine Schwierigkeit die Aufgabe zu meistern. Zumal alle neuen Spieler mit Begeisterung bei der Sache sind.

Der Verlauf der Vorbereitung wird als durchwachsen beschrieben. Nachdem die letzte Saison erst Ende Mai zu Ende ging, war ein längere Pause notwendig, um leere Akkus wieder aufzuladen und neue Lust am Handball zu bekommen. Erst seit August war die Mannschaft wieder vollzählig zusammen, hat seitdem aber intensiv und zielgerichtet gearbeitet. Dass in der neuen, höheren Spielklasse, mit einer starken Gießener Fraktion, ein ungleich höheres Spielniveau herrscht, als in der BOL steht außer Frage. Davon haben sich die TG-Macher beietlichen Spielbeobachtungen im Verlauf der letzten Runde vor Ort überzeugt. Da man jedoch nicht in der Liga beheimatet war fehlen die nötigen Hintergrundinformationen um eine detaillierte Prognose in Bezug auf Auf- oder Abstieg abzugeben. Dass Mannschaft wie Linden und Lang-Göns, die im letzten Jahr die Plätze hinter Meister Dotzheim belegten, wieder vorne mitspielen liegt auf der Hand. Man geht auch nicht davon aus, dass es im Gegensatz zum Vorjahr eine Mannschaft geben wird, die von Beginn Probleme haben wird zu punkten. In Friedberg geht man von einem ausgeglichenen Teilnehmerfeld aus.

Die Erwartungen an die eigene Leistung und Platzierung sind bescheiden und klingen realistisch. „Wir haben auf einigen wichtigen Positionen neue Spieler dazu bekommen. Die Aufgabe für Trainer Sven Daxer wird es zunächst einmal darauf ankommen ein stabiles Mannschaftsgefüge zu formen, um möglichst frühzeitig der Klassenerhalt sicher zu stellen“, so die Einschätzungen bei der TG.